Jahreszeiten

Weihnachtslieder

Weihnachten in Dänemark

Von Christa Schyboll

Vieles in Dänemark ist anlässlich der Weihnachtsfeierlichkeiten ähnlich wie auch in Deutschland. Aber es gibt ein paar Besonderheiten, die man dort pflegt und die bei uns weniger bekannt sind.

Der Advent am ersten Dezember beispielsweise wird mit einer Kerze begonnen, die 24 Striche für jeden Tag trägt, die es noch bis zum Heiligen Abend braucht. Wenn die Kerze zur Hälfte herunter gebrannt ist, steht das Lucia-Fest bevor. Am 13. Dezember trägt die älteste Tochter einer Familie ein weißes Gewand mit einem roten Gürtel und auf dem Kopf einen Kranz mit Kerzen. Hinter ihr reihen sich in einer Prozession weitere Mädchen ein, die Kerzen in den Händen tragen. Am Morgen schon beginnt das Fest und setzt sich in Schule Arbeit und Kindergarten fort.

Auch die als Nisser bekannten frechen Weihnachtskobolde spielen eine große Rolle. In jeder Wohnung sind sie anzutreffen. Wichtig ist es, die kleinen Wichtel gut zu behandeln, weil sie sonst böse Streiche spielen. Besonders Milchreis stimmt sie gütig. Dann passen sie auf Haus, Hof und Vieh besser auf und schenken den Menschen Schutz.

Das Julehjerte ist das Weihnachtsherz, das Kinder aus Glanzpapier basteln. Die Farben sind in weiß und rot gehalten, die Herz und Reinheit ebenso repräsentieren wie auch den Farben der dänischen Nationalflagge entsprechen.

Das Schmücken des Weihnachtsbaumes erfolgt traditionell am 23. Dezember. Auch er erstrahlt in aller Regel in den Landesfarben rot und weiß. Während dieser gemeinsamen Familien-Zeremonie wird schon vom feinen Weihnachtsgebäck genascht.

Der Weihnachtsmann in Dänemark heisst Julemand und kommt aus Grönland. Er wird bei seiner Arbeit des Geschenkeverteilens von freundlichen Wichteln mit roten Mützen unterstützt. Der Julkuchen, der zur Weihnachtszeit gebacken wird, darf natürlich nicht fehlen. Glædelig Jul! – wünscht man sich zum Fest.

Im Jahre 1904 wurde ein wohltätiges Projekt aus der Taufe geboten. Die Idee dazu hatte der Postbeamte Einar Holbøll, der für die Julemærke plädierte, um die Armen zu unterstützen. Seitdem wird jedes Jahr im November eine neue Briefmarke gedruckt, mit deren Erlös man auch den Armen des Landes helfen kann.

In der Weihnachtszeit wird in Dänemark gerne ein Gløgg getrunken. Es ist eine Art Glühwein, der aus Rotwein besteht, welcher mit Aquavit, Gewürzen, Mandeln und Rosinen verfeinert wird. Auch das Weihnachtsbier ist sehr beliebt und darf nicht fehlen.

Der Festschmaus besteht meist aus Fleisch. Infrage kommen Ente, Gans, Pute oder Schwein. Dazu reicht man Rotkohl und in Zucker angebratene Kartoffel. Zum Dessert gibt es oft Milchreis mit Sahne und Kirschsoße. Im großen Topf des Desserts befindet sich eine Mandel. Wer sie in seinem kleinen Schälchen erwischt, erhält das Mandelgeschenk. Das kann ein Schwein aus Marzipan sein oder eine andere kleine Gabe.