Jahreszeiten

Weihnachtslieder

Sankt Nikolaus

Von Christa Schyboll

Der 6. Dezember ist Nikolaustag und das Motto des Tages lautet: »Lasst uns froh und munter sein«.

Die uns heute bekannte Gestalt des Heiligen Nikolaus, der den Kindern am 6. Dezember Geschenke bringt, geht auf den Bischof Nikolaus von Myra zurück. Er lebte im 3./4. Jahrhundert nach Christus und war ein griechisch-byzantinischer Bischof. Nach ihm ist der weihnachtliche Nikolaus-Tag benannt. Es ranken sich viele Legenden um sein Wirken und es werden ihm allerlei Wundertaten zugesprochen.

Darunter gehören unter anderem auch die Stillung eines Seesturmes, Rettung eines Jungen, ein Kornwunder oder die Heimführung eines verschleppten Kindes. Am frühen Abend versammelt sich die Familie meist im Wohnzimmer oder der guten Stube und wartet. Damit das Warten nicht zu lange dauert, singt man Advents- und Winterslieder wie beispielsweise »Der Winter ist ein rechter Mann«.

Es gibt verschiedene Bräuche, die zum Ehrentag des Bischofs Nikolaus entstanden. Dazu gehört zum Beispiel auch die Befragung von Kindern, ob sie denn fromm und brav gewesen seien. Noch heute kommt der St. Nikolaus in viele Familien und liest aus seinem Goldenen Buch die guten und schlechten Taten der Kinder vor und spricht mit ihnen. In früherer Zeit kam er fast in jedes Haus, wo Kinder waren. Neben Lob und Tadel bringt er aber auch immer kleine Geschenke oder Süßigkeiten mit und nahm dabei den Kindern das feste Versprechen ab sich zu bessern, falls sie unartig waren.

Bis in die Nachkriegsjahre nach dem 2. Weltkrieg kam es nicht selten vor, dass der Nikolaus in dem einen oder anderen Fall auch seine Rute herausnahm und ein besonders böses Kind damit bestrafte oder es durch seinen angsteinflößenden Begleiter bestrafen lies. Diese Begleiter des Heiligen Mannes konnten je nach lokaler Tradition beispielsweise ein Engel sein oder der Knecht Ruprecht oder auch den Krampus.

Letztere waren dunkle Gestalten und können Kinder zutiefst erschrecken. Ihre Gesichter sind oft schwarz gefärbt, sie können Fratzen oder Teufelshörner tragen und haben häufig Eisenketten dabei, die sie gefährlich rasseln lassen und die so anders klingen als das liebliche Glöcklein des begleitenden Engels.

Hören die Kinder das Rasseln der Eisenketten, so sind sie gewarnt und manch eine Familie verwehrt dem finsteren Gesell dann doch den Zutritt zur guten Stube und lässt nur den Heiligen Nikolaus und einem Engel eintreten. Der Heilige Mann trägt dabei einen Stab, eine Bischofsmütze und ein edles Gewand und ein goldenes Buch, in das die guten und bösen Taten der Kinder eingetragen sind. Zur Begrüßung des himmlischen Besuches wird ebenso gesungen wie beim Weggehen ins nächste Haus, beispielsweise »Niklaus kommt in unser Haus?«.