Jahreszeiten

Weihnachtslieder

Deutsche Weihnachtslieder

Weihnachten ist eine besondere Zeit, Besinnlichkeit macht sich breit - obwohl noch keine innere Ruhe einkehren möchte. Versüßt wird uns die Zeit mit Musik, genauer gesagt mit Weihnachtsliedern aller Art. Neben neueren, meist poppigen Liedern, gibt es im deutschsprachigen Raum viele klassische, traditionelle Weihnachtslieder, die ihren ganz speziellen Charme haben.

Das deutsche Weihnachtslied ist traditionell eher besinnlich und feierlich, auch wenn die Titel von Liedern wie "Kling Glöckchen" und "Lasst uns froh und munter sein" etwas anderes andeuten. Das Deutsche Weihnachtslied ist besinnlich.

Erst moderne Arrangements von bekannten Pop- und Schlagerinterpreten geben den klassischen Weihnachtsmelodien ein peppiges Gewand. Besonders hervorgetan hat sich dabei Wolfgang Petri, der in seinem typischen Sound mit Gitarren lastigen Arrangements selbst Klassikern wie "Ihr Kinderlein, kommet" und "Leise rieselt der Schnee" so etwas wie Pop-Feeling einhaucht und zeigt, dass mit Pop-Arrangements auch traditionelle Weihnachtslieder wie "Fröhliche Weihnacht überall" und "Morgen, Kinder wird's was geben" durchaus modern und alles andere als altbacken klingen können.

Besonders beliebt ist Wolfgang Petris Version von " Eine Muh, eine Mäh", einem der wenigen deutschen Weihnachtslieder, die von Haus aus sehr flott daherkommen. Wilhelm Lindemanns Lied erschien 1914 unter dem Titel "Der Weihnachtsmann kommt". Erst später setzte sich der Titel "Eine Muh, eine Mäh" mit dem Zusatz "eine Täterätätä" durch. Das Lied war schon damals, in den Anfangstagen des Ersten Weltkriegs, eine wohltuende Alternative zu den traditionellen Weihnachtsliedern. Es spielte mit der Kindersprache und animierte geradezu zum Mitsingen. Es blieb bis heute das einzige bekannte und traditionelle Weihnachtslied dieser Art und erfreut sich noch immer großer Beliebtheit neben den anderen, den besinnlichen Weihnachtsmelodien.

Internationale Weihnachtslieder

International feiert man Weihnachten traditionell etwas fröhlicher. Lieder wie das von Jose Feliciano geschriebene "Feliz Navidad" zeugen davon ebenso wie die englischen Pendants "We wish you a Merry Christmas" und "Jingle Bells".

Es scheint eine typisch deutsche Angewohnheit zu sein, Weihnachten besinnlich zu feiern. Allerdings gilt das ebenso für unsere österreichischen Nachbarn, denen wir neben diversen klassisch weihnachtlichen Melodien auch das wohl bekannteste Weihnachtslied "Stille Nacht" verdanken.

Im englischen Sprachraum hingegen überwiegen die flotteren Lieder, die, vermutlich durch die Gospel-Gottesdienste bedingt, auch gerne mit Händeklatschen begleitet werden. Etwas, das bei uns in Kirchen oder generell bei weihnachtlichen Liedern, vollkommen undenkbar ist. Im amerikanischen Raum ist es jedoch vollkommen normal, dass ein Chor fröhlich ein Weihnachtslied singt und die Gemeinde im Takt mit klatscht oder sich gar tanzend bewegt.

Wer einmal bei einem amerikanischen Gottesdient zugegen war, der kennt das: Die Menschen sitzen nicht ergriffen auf ihren Stühlen, sondern feiern fröhlich Jesus Christus. Immerhin geht es ja beim Weihnachtsfest um die Geburt Christi - und nicht ums Schenken, wie man manchmal meinen könnte.

Diese fröhliche Einstellung findet man in vielen englischen Weihnachtsliedern. Zu den heute auch bei uns bekannten englischsprachigen Weihnachtsliedern gehört beispielsweise auch "The Twelve Days of Christmas" (Die Zwölf Weihnachtstage), das in Form eines Kinderreims aufgebaut ist und im Jahr 1780 als Kinderreim in dem englischen Kinderbuch veröffentlicht wurde. Es zählt heute zu den bekanntesten englischsprachigen Weihnachtsliedern.

In Deutschland hatten solch ausgefallene Weihnachtslieder schon immer einen schweren Stand. Hierzulande bevorzugen wir bis heute unsere traditionell besinnlichen Weihnachtslieder. Weihnachten ist für uns ein ruhiges Fest, eben eine Zeit der Besinnung.