Jahreszeiten

Weihnachtslieder

Der Weihnachtsbaum

Der Weihnachtsbaum, manche bezeichnen ihn auch als Christbaum oder Tannenbaum, ist ein fester Bestandteil der traditionellen Weihnachtsbräuche. Auf nahezu jedem Marktplatz steht im Dezember ein stattliches Exemplar und auch die meisten Bürger schmücken ihre Wohnung mit einem Weihnachtsbaum.

Doch das war nicht immer so. Erst in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erlangte der Brauch eine größere Verbreitung. Johann Wolfgang von Goethe erwähnte ihn erstmals 1774 einen Weihnachtsbaum in seinem Briefroman "Die Leiden des jungen Werthers". Zu weiterem Ruhm kam der Weihnachtsbaum im Jahre 1805 als Johann Peter Hebel einen solchen im Lied "Die Mutter am Christabend" erwähnte.

Seinen Ursprung hat der Weihnachtsbaum im mittelalterlichen Krippenspiel in der Kirche bei dem eingangs ein Paradiesspiel demonstrierte, wie durch Adam und Eva die Sünde in die Welt kam. Der dafür verwendete "Paradiesbaum" war grün und wurde mit einem Apfel verziert. Im Laufe der Jahre kamen dann immer mehr Nüsse und Süßigkeiten wie auch Gebäck hinzu. Später wurden diese auch in sogenanntes Silber- und Goldpapier eingewickelt. Sie waren die Vorlage für Christbaumkugeln und Christbaumschmuck.

Im 16./17. Jahrhundert fand der Paradiesbaum dann auch außerhalb der Kirche Verwendung bei Zünften und Bruderschaften. Liselotte von der Pfalz erwähnte in einem Brief aus dem Jahr 1708 Lichter am Weihnachtsbaum und auch den Begriff "Christkindl".

Doch Weihnachtsbäume mit brennenden Kerzen gab es zunächst hauptsächlich bei protestantischen adligen und wohlhabenden bürgerlichen Familien. Erst im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts fanden die "Lichterbäume" allgemeinen Eingang in die Häuser evangelischer Familien und ab dem 19. und 20. Jahrhundert auch bei katholischen Familien.

Heute ist der Weihnachtsbaum unabhängig vom Krippenspiel ein eigenständiges Symbol der Advent- und Weihnachtszeit dem Ernst Anschütz 1824 mit seinem Gedicht "O, Tannenbaum" ein literarisches Denkmal setzte:

O Tannenbaum, o Tannenbaum,
wie treu sind deine Blätter!
Du grünst nicht nur zur Sommerzeit,
nein, auch im Winter, wenn es schneit.
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
wie treu sind deine Blätter!

O Tannenbaum, o Tannenbaum,
du kannst mir sehr gefallen!
Wie oft hat nicht zur Weihnachtszeit
ein Baum von dir mich hoch erfreut!
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
du kannst mir sehr gefallen!

O Tannenbaum, o Tannenbaum,
dein Kleid will mich was lehren:
Die Hoffnung und Beständigkeit
gibt Trost und Kraft zu jeder Zeit,
o Tannenbaum, o Tannenbaum,
dein Kleid will mich was lehren.