Ulrich ging aus singen, heraus

Volkslied (um 1800)

Volksweise (um 1800)

Musiknoten zum Lied Ulrich ging aus singen, heraus

Liedtext

Ulrich ging aus singen, heraus
und sang dem König sein Tochter heraus,
und sang dem König sein Tochter heraus!

Sie ging von Kammer zu Kammer,
sucht ihr Gold und Kleinod zusammen.

Sie ging wohl bis an den Wald,
da kam eine Turteltaub gesandt:

Kehr um, kehr um, gut Königskind,
der Ulrich, der betrüget dich.

Sie gingen wohl durch die weite Welt,
Herr Ulrich nahm ihr Gut und Geld.

Sie gingen hin bis an den Rhein,
er führte sie in den Wald hinein.

Hörst du das Wasser rauschen?
Da sollst du sitzen und lauschen!

Sag, willst du hangen am höchsten Baum?
Oder willst du fließen im Wasserstrom?

Ich will nicht hangen am höchsten Baum,
ich will nicht fließen im Wasserstrom!

So mußt du sterben hier durch mein Schwert,
so mußt du liegen in kühler Erd'.

Eh' daß er ihr das Haupt abhaut,
bat sie sich noch drei Rufe aus.

Den ersten Ruf, den sie da tat,
den tat sie an Gott den Herrn!

Den zweiten Ruf, den sie tat,
den tat sie an Vater und Mutter!

Den dritten Ruf, den sie da tat,
der galt ihrem jüngsten Bruder.

Es ritten drei Jäger wohl in den Wald,
sie hörten eine feine Magd klagen.

Der jüngste nahm sein Schwert zur Hand:
Mich ruft meiner Schwester Stimme.

Guten Tag, guten Tag, Herr Ulrich mein,
wo hast du gelassen mein Schwesterlein?

Guck hin, guck her in die Tasche mein,
worin an vierzehn Züngelein!

Die röteste von den Zungen all,
ist die Zung' aus deiner Schwester Hals.

Als Ulrich kaum das Wort geredt,
da spaltet sein Haupt das scharfe Schwert.