Linchen war ein gutes Mädchen

(Lin chen ging einmal spazieren in den Myrthenhain;)

Volkslied

Musiknoten zum Lied Linchen war ein gutes Mädchen

Liedtext

Lin chen ging einmal spazieren
in den Myrthenhain;
bald fand sich zu ihr im Grünen
dort ein Jungling ein.

Linchen war ein gutes Mädchen,
war schön, jung und treu,
Linchen war ein gutes Mädchen,
etwas Schalk dabei.

Schön und niedlich war der Bube,
lieblich sein Gesang.
Schön und niedlich war der Bube,
war wie ein Birken schlank.

"Gib mir doch ein einzigs Küßchen,
liebes Linchen her!"
Hierauf reicht sie ihm ein Küßchen
und noch etwas mehr.

Eh sie von einander schieden,
schwur der Jüngling Treu;
als sie von einander waren,
war die Schwur vorbei.

Schattig ist der Wald und dunkel
und ich so allein!
Schattig ist der Wald und dunkel,
und mir hilft kein Schrein.

"Linchen, deine Wangen blassen"
sprach die Mutter einst,
"Linchen deine Wangen blassen,
und du weinst allein?"
"Ach, einJüngling hat geschworen
und sein Schwur ist fort,
ach ein Jüngling hat geschworen
und mein Kranz ist fort."

"Mutter, ach in wenig Tagen
werd ich nicht mehr sein,
Mutter, ach in wenig Tagen
scharrt man Linchen ein.

Dann so setzt am grünen Hügel
in dem Myrthenhain:
dieser schwarze Todeshügel
hüllt ein Mädchen ein!"