Wilhelm Hey

Johann Wilhelm Hey kam am 26. März 1789 in Leina als Sohn eines Pfarrers zur Welt.

Nach dem Tode seiner Eltern wuchs er bei seinem Bruder Karl auf, der ihm den Besuch des Gymnasiums in Gotha ermöglichte und anschließend ein Studium der Theologie in Jena und Göttingen.

Von 1811 bis 1814 arbeitete Wilhelm Hey als Hauslehrer in Appeltern bei Nimwegen in den Niederlanden tätig und anschließend als Lehrer in einem Gothaer Schulinternat, bevor er 1818 Pfarrer in Töttelstädt, einem kleinen Ort nahe Gotha, wurde. Im Jahr 1827 erhielt Hey die Berufung zum Hofprediger in Gotha. 1832 wurde Wilhelm Hey als Pfarrer, Superintendent und Bezirksschulinspektor nach Ichtershausen in Thüringen versetzt.

In Thüringen geriet Wilhelm Hey in Konflikt mit dem theologischen Rationalismus. Hey wünschte sich ein lebendiges Christentum, eine menschenzugewandte Theologie, und engagierte sich für sozial-karitative Maßnahmen. So betreute er neben einer Fortbildungsschule für Handwerkerlehrlinge auch ein Kinderheim, das die Kinder von arbeitenden Müttern betreute.

1829 veröffentlichte Wilhelm Hey eine "Auswahl von Predigten" und neun Jahre später "Erzählungen aus dem Leben Jesu für die Jungen" sowie 1850 das Werk "Das Kind von der Wiege bis zur Schule".

Weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt wurde Wilhelm Hey jedoch durch seine 1833 veröffentlichten "Fünfzig Fabeln für Kinder" denen 1837 "Noch fünfzig Fabeln für Kinder" folgten. Diese Fabeln wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, darunter ins Englische von Mary Howitts.

Wilhelm Hey schrieb aber auch Texte für Lieder. Eines einer bekanntesten ist das Gutenachtlied "Weißt du, wieviel Sternlein stehen" das bis heute zu den beliebtesten Kinderliedern gehört.

Von Hey stammt auch der Text zum beliebten Weihnachtslied "Alle Jahre wieder", das 1842 von Friedrich Silcher komponiert wurde. Leicht in Vergessenheit gerieten inzwischen Lieder wie das Morgengebet "Wie fröhlich bin ich aufgewacht" oder auch Lieder wie "Vöglein im hohen Baum" und "Wer hat die Blumen nur erdacht".

Am 19. Mai 1854 starb Wilhelm Hey in Ichtershausen.