Johann Friedrich Reichardt

Der deutsche Komponist, Musikschriftsteller und Musikkritiker Johann Friedrich Reichardt wurde am 25. November 1752 im ostpreußischen Königsberg geboren.

Als Sohn des des Stadtmusikus Johann Reichardt und wurde Johann Friedrich Reichardt von Kind an in der Musik und besonders im Violinspiel ausgebildet. Als er zehn Jahre alt war, unternahm der Vater mit seinem "Wunderknaben" im Violin- und Klavierspiel erste Konzertreisen durch Ostpreußen. von 1768 bis 1771 studierte Reichardt in seiner Vaterstadt Königsberg und in Leipzig die Jurisprudenz und Philosophie. 1771 brach Reichardt diese Studien jedoch ab und unternahm eine Bildungs- und Konzertreise, die ihn bis 1774 nach Danzig, Leipzig, Dresden, Prag, Berlin, Hamburg und Eutin führte.

1774 kehrte Johann Friedrich Reichardt nach Königsberg zurück und wurde Kammersekretär in Ragnit und dann Ende 1775 als Nachfolger von Johann Friedrich Agricola zum - wie sich zeigte letzten - Hofkapellmeister von König Friedrich II. von Preußen berufen. Die starre Haltung des Monarchen in musikästhetischen Fragen führte jedoch dazu, dass Reichardt sich bereits nach zwei Jahren zurück zog. Er heiratete die Sängerin, Pianistin und Liederkomponistin Juliane Benda und unternahm nach 1777 zahlreiche Reisen durch Europa.

Seine Arbeit in Berlin verrichtete Reichardt nur noch widerwillig und schrieb anstelle von Werken für den Hof lieber Lieder und Kammermusik für bürgerliche Abnehmer, was ihm vor allem auch die Wertschätzung Goethes und eine zeitweilige Zusammenarbeit mit dem Dichterfürsten einbrachte.

Johann Friedrich Reichardt verkehrte mit Goethe und anderen bedeutenden Persönlichkeiten, wie Herder, Friedrich Nicolai, Johann Georg Jacobi, Friedrich Schiller, Moses Mendelssohn und Lavater. Aufgrund seiner zeitweise offenen Sympathie mit den Zielen der franzözischen Revolution entließ ihn Friedrich Wilhelm II. 1794 ohne Pension - und auch das Verhältnis zu Goethe ging dadurch in die Brüche.

Reichardt zog daraufhin nach Giebichenstein bei Halle. Das von ihm erworbene "Kästnersche Kossätengut" wurde im Laufe der Zeit zur "Herberge der Romantik"und sah Gäste wie Achim von Arnim, Clemens Brentano, Ludwig Tieck, die Brüder Grimm und Jean Paul sowie Schleiermacher, Novalis und Johann Heinrich Voß.

Später wurde Reichardt zum Gegner von Napoleon und musste 1807 als sein Gut durch französische Truppen geplündert wurde, nach Danzig fliehen wo er zum Patrioten und Freiheitskämpfer wurde.

Nach einem Aufenthalt in Wien zog sich Johann Friedrich Reichardt bald wieder nach Giebichenstein zurück, wo er am 27. Juni 1814 an den Folgen eines Magenleidens einsam starb und von seinen Zeitgenossen recht schnell vergessen wurde.