Joachim Neander

Joachim Neander war ein deutscher Pastor und Kirchenliederdichter und Kirchenliederkomponist. Sein Vater war Schullehrers am Gymnasium illustre in Bremen. Dort, in Bremen, wurde Joachim Neander im Jahr 1650 geboren. Das exakte Datum der Geburt ist nicht überliefert. Später studierte Neander in seiner Geburtsstadt Bremen reformierte Theologie und war anschließend als Erzieher unter anderem in Heidelberg und Frankfurt am Main tätig.

1670 verschaffte ihm der Erweckungsprediger Theodor Undereyck eine Stelle als Hauslehrer in einer Frankfurter Kaufmannsfamilie.

Ab 1674 war Joachim Neander Hilfsprediger und in Düsseldorf Rektor der Lateinschule der reformierten Gemeinde. Zu der Zeit verfasste er zahlreiche Texte und Melodien für Kirchenliedern, die auf separatistischen Erbauungsversammlungen gesungen wurden.

Weil Neander in einer Schlucht der Düssel bei Mettmann häufig komponierte und dort auch Gottesdienste abhielt, wurde der Fleck ihm zu Ehren Neandershöhle und ab dem 19. Jahrhundert Neandertal genannt. Dort wiederum wurden später die Skelette einer steinzeitlichen Menschengruppe gefunden, nach dem Tal benannten und somit nach Joachim Neander als Neandertaler bezeichnet wurden.

Wegen diverser Schwierigkeiten mit der Kirchenverwaltung in Düsseldorf zog Neander im Jahr 1679 zurück in seine Heimatstadt Bremen und wurde dort Hilfsprediger an der Kirche St. Martini. Er bewohnte in Bremen das nach ihm benannte, aus dem 15. Jahrhundert stammende, Neanderhaus, das östlich von der Kirche stand.

Am 31. Mai 1680 starb Joachim Neander in seiner Heimatstadt Bremen.

Beeinflusst von Angelus Silesius sowie Calvin und dem Pietismus dichtete Joachim Neander rund 57 überlieferte Lieder, die er teilweise selbst vertonte. In seinen Liedern klingt der Einfluss der reformierten Föderaltheologie und eine starke Betonung der Königsherrschaft Gottes an. Seine im Jahr 1680 veröffentlichten Bundeslieder und Dank-Psalmen waren bahnbrechend für die Gesangbücher der reformierten und der lutherischen Kirche. Auch heutige deutsche Gesangbücher enthalten noch Lieder von Neander.

Joachim Neanders bekanntestes Kirchenlied ist das 1679 gedichtete "Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren" (Der Lobende) das im Rahmen der Bundeslieder erschien und jahrhundertelang zu den meistgesungenen evangelischen Kirchenliedern gehörte. Es ist bis heute in den evangelischen Gesangsbücher enthalten.