Hoffmann von Fallersleben

August Heinrich Hoffmann, der sich zur Unterscheidung von anderen Trägern des häufigen Familiennamens Hoffmann nach seinem Heimatort Hoffmann von Fallersleben nannte, erblickte am 2. April 1798 in Fallersleben, damals Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg, als Sohn des Kaufmanns, Gastwirts, Senators und Bürgermeisters von Fallersleben, Heinrich Wilhelm Hoffmann, das Licht der Welt.

Der Junge bekam zunächst eine gründliche Schulbildung. Ab 1812 besuchte er nach der Fallerslebener Bürgerschule (Volksschule) die höhere Bürgerschule (Gymnasium) in Helmstedt. Zwei Jahre später wechselte er an das Martino-Katharineum nach Braunschweig. Im April 1816 begann Hoffmann im Alter von 18 Jahren "mit wenig Geld und Lust" wie er in seinen Lebenserinnerungen schreibt, in Göttingen ein Studium der Theologie.

Schon im folgenden Semester wechselte Hoffmann zur klassischen Philologie und Archäologie über, mit dem Vorsatz, durch Reisen nach Italien und Griechenland sich zu einem zweiten Winckelmann zu entwickeln, denn eigentlich interessierte er sich mehr für die Geschichte des klassischen Altertums und hierbei war Johann Joachim Winckelmann sein Vorbild.

Die große Wende im Leben des August Heinrich Hoffmann von Fallersleben kam dann im Jahr als er 1818 bei Studien in Museum und Bibliothek der Stadt Kassel die Bekanntschaft von Jacob Grimm machte und dieser ihn fragte, ob ihm sein Vaterland nicht näher liege als die Antike. Daraufhin wechselte Hoffmann erneut das Studienfach und begann das Studium der deutschen Sprache und Literatur (Germanistik und deutsche Philologie).

Im gleichen Jahr, 1818, konnte ihn sein Vater mit seinen Beziehungen und Geld vor dem Militärdienst bewahren, und Hoffmann folgte seinem Lehrer Friedrich Gottlieb Welcker an die Universität Bonn. Dort wurden Jacob Grimm und Ernst Moritz Arndt seine Dozenten.

Am 8. Mai 1821 fand Hoffmann Bruchstücke des mittelalterlichen epischen Gedichts "Otfried" und verfasste darüber einen Aufsatz mit dem Titel "Bruchstücke vom Otfried". Später im Jahr folgte seine Gedichtsammlung "Lieder und Romanzen", die erstmals unter dem Namen Hoffmann von Fallersleben erschien.

1823 wurde Hoffmann zum Kustos der Bibliothek der Universität Breslau berufen. Dort wurde er 1830 gegen den Willen der Fakultät als Nachfolger von Johann Gustav Gottlieb Büsching zum außerordentlichen Professor für deutsche Sprache und Literatur berufen, 1835 erfolgte die Ernennung zum ordentlichen Professor.

1840 und 1841 erschien seine Gedichtsammlung "Die unpolitischen Lieder".

Während eines Aufenthalts auf der damals englischen Badeinsel Helgoland verfasste Hoffmann von Fallersleben am 26. August 1841 das "Lied der Deutschen", das schon am 4. Sepetmber von dem Verleger Campe in Hamburg mit Hinzufügung der Kaiserhymne von Joseph Haydn als Einzeldruck veröffentlicht und im Oktober des gleichen Jahres erstmals öffentlich in Hamburg gesungen wurde.

Am 19. Januar 1874 starb August Heinricht Hoffmann von Fallersleben in Corvey, das heutige zum Stadtgebiet Höxters in Nordrhein-Westfalen gehört. Er hinterließ zahlreiche Sammlungen und Schriften, darunter ca. 550 Lieder von denen er 80 mit seinem Freund Ernst Richter vertonte.

Als Hochschullehrer für Germanistik hatte er zudem wesentlich zur Etablierung des Fachs als wissenschaftlicher Disziplin beigetragen und als Dichter sowie Sammler und Herausgeber alter Schriften aus verschiedenen Sprachen wertvolle Arbeit geleistet und viele kleine aber wertvolle Bruchstücke der Kulturgeschichte erhalten.