Franz Schubert

Franz (Seraph Peter) Schubert, geb. in Lichtenthal bei Wien am 31. Januar 1797, wuchs als Sohn eines Elementarschullehrers in beschränkten Verhältnissen auf. Mit 8 Jahren erhielt er von Vater und Bruder Musikunterricht und wurde, 3 Jahre später, als Sopranist in die Wiener Hofkapelle aufgenommen.

Schon früh beginnt Franz Schubert zu komponieren und lässt sich davon auch nicht abbringen, als ihm der Vater in höchstem Unmut über seine schlechten Schulfortschritte das Elternhaus verbietet.

In der Konviktschule genoss Schubert den Unterricht des berühmten Salieri, der ihn allerdings nur satztechnisch fördern konnte.

1813 verließ er nach Eintritt der Mutation die Anstalt, um bei seinem inzwischen ausgesöhnten Vater als Schulgehilfe einzutreten. Der Beruf befriedigte ihn in keiner Weise, ließ ihm aber genug Zeit zu seinen musikalischen Arbeiten. Es entstanden mehrere Messen, Sinfonien, Singspiele und Lieder, darunter "Wanderers Nachtlied", "Heideröslein" und "Erlkönig".

Die aufopfernde Freundschaft Franz von Schobers ermöglichte es Schubert, 1817 seine Stellung aufzugeben und sich ganz der Kunst zu widmen. In dem Tenoristen Michael Vogl fand er einen genialen Vortragskünstler, der seine Lieder zuerst bekannt machte, ohne dass ihm jedoch dadurch ein materieller Erfolg zuteil wurde. Verschiedene Stellungen, um die sich Schubert bewarb, wurden ihm ausgeschlagen, so dass er nur auf die sehr spärlich einlaufenden Honorare für seine Werke angewiesen war.

Wie bei Mozart stand die Mitwelt auch dem Genius Schubert verständnislos gegenüber; sie wurde durch Beethoven zu stark in Anspruch genommen, so dass sie keine Zeit für den jungen Künstler fand.

Obwohl inzwischen zahlreiche Lieder und Klavierwerke gedruckt wurden, gab Franz Schubert am 26. März 1828 das erste und einzige öffentliche Konzert seiner Karriere, das ihm 800 Gulden Wiener Währung einbrachte.

Am 19. November 1828 um 3 Uhr Nachmittag starb Franz Schubert nach zwei Wochen kontinuierlichen Fiebers im Alter von 31 Jahren in der Wohnung seines Bruders Ferdinand Schubert.

Franz Schuberts Schaffenskraft ist, an der Kürze seines Lebens gemessen, eine beispiellose; auf fast allen Gebieten hat er sich betätigt. Für die Bühne schrieb er mehrere Opern und Singspiele, die sich aber nicht lange gehalten haben, auch seine Kirchenmusik (u.a. 6 Messen, eine "deutsche Messe") ist nicht von tiefgehender Wirkung gewesen. Seine großen Orchesterwerke sind bis auf die große C-Dur Sinfonie und die berühmte "Unvollendete in h-Moll" unaufgeführt geblieben.

Überrascht uns der Komponist in der Kammermusik immer wieder durch die Tiefe seiner Gedanken, den unerschöpflichen Reichtum seiner Phantasie, so tritt die eigentlich lyrische Begabung seiner Natur in den kleineren Formen, in seinen liebenswürdigen Klavierstücken ("Moments musicaux", "Impromptus" und besonders in den Liedern, am reinsten zutage.

Franz Schubert schuf die gewaltige Fülle von rund 600 Liedern, darunter Vertonungen von Goethe, Heine, Hölty, Körner, Matthisson, Rückert und Schiller sowie die die Zyklen "Die schöne Müllerin" und "Winterreise" nach Gedichten von Wilhelm Müller und die Liedersammlung "Schwanengesang". Zu Schuberts bekanntesten Liedern gehört das Lied "Der Lindenbaum", bekannt auch als "Am Brunnen vor dem Tore" aus dem Zyklus "Winterreise".

Wie viele Lieder Franz Schubert tatsächlich geschrieben hat, konnte auch die Forschung nicht herausfinden. Denn das meiste für Schuldienst oder verkaufte Kompositionen eingenommene Geld gab Schubert für Abende im Freundeskreis in den Altwiener Gasthäusern aus. Konnte er seine Rechnung nicht bezahlen, nahm der Wirt auch gerne ein Lied in Zahlung, das Schubert oftmals gleich am Wirtshaustisch komponierte. Welche Schätze da für immer verschollen gingen, lässt sich allenfalls erahnen.