Felix Mendelssohn Bartholdy

Felix Mendelssohn kam am 3. Februar 1809 in Hamburg zur Welt. Schon 1811 siedelte seine Familie, in der zahlreiche künstlerische Begabungen vorhanden waren, nach Berlin über. Hier erhielt der junge Felix eine äußerst sorgfältige Erziehung, die sich neben Sprachen und Malerei auf Klavierspiel (zuerst bei der Mutter, dann bei Ludwig Berger), Violinspiel und Theorie (Zelter) erstreckte. Mit 13 Jahren schon durfte der früh entwickelte Knabe, der spielend leicht lernte, Goethe in Weimar vorspielen. Seit 1820 komponierte er regelmäßig, zunächst Gelegenheitswerke, die im väterlichen Hause aufgeführt wurden, aber auch Singspiele und Klavierstücke sowie andere Gattungen.

Mit 17 Jahren schrieb Felix Mendelssohn Bartholdy, den Zusatz fügte der Vater Moses Mendelssohn, ein Berliner Aufklärungs-Philosoph, zur Unterscheidung von anderen Zweigen der Familie dem Namen hinzu, seine geniale "Sommernachtsouvertüre", die allein genügen würde, den Ruhm des Komponisten aufrecht zu erhalten.

Seine erste und einzige Oper "Die Hochzeit des Camacho", die 1827 im Berliner Schauspielhaus aufgeführt wurde, hatte keinen bleibenden Erfolg. Zwei Jahre darauf führte Mendelssohn in der Berliner Singakademie die Bachsche Matthäuspassion auf, eine künstlerische Tat ersten Ranges, die der Anstoß zur Wiedererweckung des großen Barockmeisters wurde.

Nach Reisen durch England und Schottland, die ihm reiche Anregungen boten, unternahm Felix Mendelssohn Bartholdy 1830 eine längere Fahrt nach Italien, wo die ersten Skizzen zur a-Moll=Sinfonie und die Konzertouvertüren "Meeresstille und glückliche Fahrt" (nach Goethe) und "Hebriden" entstanden.

Ein daran anschließender Aufenthalt in Paris machte ihn mit dem damaligen Musikgrößen Cherubini, Paganini, Chopin und Liszt bekannt.

Auf einer zweiten Reise nach England, spielt er sein kurz vorher entstandenes G-Moll=Klavierkonzert. Mit dem 1832 erschienenen ersten Heft der "Lieder ohne Worte" setzte Mendelssohn Bartholdy die von Beethoven und Schubert begründete Gattung des kleinen poetisierenden Charakterstücks glücklich fort.

1833, nach dem glänzenden Erfolg des Niederrheinischen Musikfestes in Düsseldorf, wurde er als Musikdirektor dieser Stadt engagiert, verzichtete aber auf diese Stellung, als ihm zwei Jahre darauf die Leitung der Gewandhauskonzerte in Leipzig angeboten wurde. In kurzer Zeit verstand es der junge Dirigent und schaffender Musiker gleichweise hervorragende junge Meister Leipzig zum Mittelpunkt des Musiklebens von Deutschland, ja der Welt zu machen. Sein Oratorium Paulus, 1836 noch in Düsseldorf aufgeführt, kam 1837 in einer Umarbeitung heraus. Mendelssohns Initative ist es auch zuzuschreiben, dass 1843 das erste "staatliche" Konservatorium in Leipzig begründet wurde, das bald zu Weltruf gelangte. Bis auf eine Reise nach England, wo 1846 sein Oratorium "Elias" auf dem Musikfest in Birminghan uraufgeführt wurde, blieb Felix Mendelssohn Bartholdy in Leipzig, wo er, erst 38jährig, am 4. November 1847 gestorben ist.