An der Mutter Grabe

(Sie haben mich geheissen nach Heidelbeeren zu gehn)

Volkslied

Der Volksliedersammler Mündel entdeckte das Lied 1883 im Liederbuch eines elsässischen Bauernmädchens.

Musiknoten zum Lied An der Mutter Grabe

Liedtext

Sie haben mich geheissen
nach Heidelbeeren gehn,
ich hab nach den Beeren
im Wald nicht gesehn.

Ich bin hinausgegangen
auf meiner Mutter Grab,
worauf ich mich gesetzet
und viel geweinet hab.

"Wer sitzt auf meinem Hügel
von dem die Tränen sind?"
"Ich bins, o liebe Mutter,
ich, dein verwaistes Kind!

Wer wird hinfort mich kleiden
und flechten mir das Haar,
mit liebem Wort' mir schmeicheln
wie's deine Weise war?"

"Geh hin, o liebe Tochter
und finde dich darein:
Es wird dir eine zweite
wie deine Mutter sein!

Die wird das Haar dir flechten,
und kleiden dich hinfort:
Ein Jüngling wird dir schmeicheln
mit zartem Liebeswort!"