Zu Maien, zu Maien die Vögelchen singen

Volkslied (18. Jh.)

Volksweise (18. Jh.)

Musiknoten zum Lied Zu Maien, zu Maien die Vögelchen singen

Liedtext

Zu Maien, zu Maien die Vögelchen singen,
die Lauberen aus Grünheide springen.

Sie tanzen, sie springen vor Herzliebchens Tür,
da geht ein Abendtänzchen herfür.

Ein Abendtänzchen es währet nicht lang,
mit einer Schalmeien aus Engelland.

Wir hoffen, sie werden schon wiederum kommen,
der Mai bringt uns den lustigen Sommer.

Den lustigen Sommer, den gelben Klee:
Herzliebchen, das Scheiden und das tut weh.

Herzliebchen das Scheiden tut nimmer kein gut;
wir zwei wir tragen ein falschen Mut.

Ein falschen Mut, ein stolzen Sinn,
den tragen die Jungen allzeit im Sinn.

Die Keßnicher Jungen han hohe Hut,
darunter sie tragen den falschen Mut.

Die Keßnicher Mädchen sind hübsch und fein,
sie lassen ja keinen zum Fenster herein.

Die Keßnicher Weiber gehn gern zur Reih
und kochen den Kindern den Wasserbrei.

Den Wasserbrei, den dünnen Schlapp,
da werden die Kinder nicht halber satt.