Wär ich ein wilder Falke

Volkslied

Den von Brentano und Arnim im "Des Knaben Wunderhorn" veröffentlichten Text vertonte Johann Friedrich Reichardt 1777.

Musiknoten zum Lied Wär ich ein wilder Falke

Liedtext

War ich ein wilder Falke, ich wollt mich schwingen auf,
und wollt mich niederlassen vor einem Grafen Haus.

Und wollt mit starkem Flügel da schlagen an Liebchens Tür,
dass springen sollt der Riegel, mein Liebchen trat herfür.

„Hörst du die Schlüssel klingen? Dein Mutter ist nicht weit,
so zieh mit mir von hinnen wohl über die Heide breit!"

Und wollt in ihrem Nacken die goldnen Flechten schön
mit wildem Schnabel packen, sie tragen zu dieser Höhn.

Jawohl, zu dieser Höhen, hier war ein schönes Nest,
wie ist mir doch geschehen, dass ich gesetzet fest!

Ja, trüg ich sie im Fluge, mich schoss der Graf nicht tot,
sein Töchterlein, zum Fluche, das fiele sich ja tot.

So aber sind die Schwingen mir allesamt gelähmt,
wie hell ich ihr auch singe, mein Lieb sich meiner schämt.