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Das Music Instrument Digital Interface (MIDI)

MIDI Probleme

MIDI steigert die musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten, da Funktionen wie Aftertouch, Synchronisierung und Tonhöhenbeugung zu einer sehr nuancierten Darbietung beitragen. Für diese Funktionen sind jedoch große Mengen von Daten erforderlich, was das Risiko von Lesefehlern beträchtlich erhöht. Eine Vielzahl von Faktoren, vor allem unsachgemäße Anschlüsse und Bedienungsfehler können dazu führen, daß unerwartete Probleme auftreten. Das vorliegende Kapitel befaßt sich mit den häufigsten angetroffenen Problemen und bietet Hinweise zur Abhilfe und Vermeidung der Fehler.

MIDI-Kabelanschlüsse

Eine erfolgreiche Übertragung der Spielinformationen ist selbstverständlich nur möglich, wenn die MIDI-Kabel richtig angeschlossen sind. Überzeugen Sie sich daher immer, daß die Buchse MIDI OUT des Master-Gerätes mit den Buchsen MIDI IN der Slave-Geräte (bzw. MIDI THRU mit MIDI IN) verbunden ist.

Achten Sie besonders darauf, daß keine Kreise entstehen. Dies passiert recht schnell, wenn zwei Geräte miteinander verbunden werden. Hängt MIDI IN des Slave an MIDI OUT des Masters und führt gleichzeitig ein Kabel von MIDI OUT des Slave an MIDI IN des Masters, so liegt eine fehlerhafte Verkabelung vor, da die Buchse MIDI OUT des Masters indirekt wieder mit seiner eigenen Buchse MIDI IN verbunden ist.

Anschließen von MIDI-Kabeln und Umschalten von MIDI-Kanälen

Falle: Kreise

Machen Sie es sich zur Regel, immer zuerst die Stromzufuhr aller betroffenen Geräte auszuschalten, bevor irgendwelche Kabel abgetrennt werden, um die Anschlüsse zu verändern.

Wird ein Kabel während des Spielens aus einer Buchse abgezogen, kann es vorkommen, daß der Klang nicht mehr abgeschaltet werden kann. Bestimmte Keyboards sind jedoch nicht in der Lage, auf einen anderen MIDI-Kanal umzuschalten, solange ein Ton am Instrument erzeugt wird. Sie müssen also Ihr Spiel zunächst unterbrechen.

Reihenfolge des Einschaltens der Stromzufuhr

Achten Sie darauf, die Stromzufuhr des Mastergerätes grundsätzlich zuletzt einzuschalten. Obwohl kein wirklicher Schaden entstehen kann, wenn das Master-Gerät zuerst eingeschaltet wird, vereinfacht sich die Bedienung und Einstellung der verschiedenen Geräte, wenn das Master-Gerät als letztes eingeschaltet wird. Dies ist darauf zurückzuführen, daß das Master-Gerät in vielen Fällen beim Einschalten automatisch Betriebsarten-Meldungen überträgt, die für eine einwandfreie Funktion der Slave-Geräte sorgen.

Tonhöhenbeugungs-Bereich und Aftertouch-Effekte

Tonhöhenbeugungs- und Aftertouch-Daten werden zwar über MIDI übertragen, sagen aber lediglich aus, wie weit der Tonhöhenbeugungs-Hebel in einer bestimmten Richtung verstellt wurde bzw. ein wie starker Druck auf die Tasten ausgeübt wurde. Worüber die Daten jedoch keine Auskunft geben, ist, um wieviel Cent die Tonhöhe tatsächlich verändert wurde oder welcher Parameter durch das Aftertouch beeinflußt wurde. Das Ausmaß der Tonhöhenveränderung (d.h. der Tonhöhenbeugungs-Bereich) sowie die Effekte, die mit dem Aftertouch erzielt werden sollen, müssen daher separat an Master- und Slave-Gerät eingestellt werden.

MIDI und Drum-Computer

Drum-Computer können entweder synchron mit einem Sequenzer oder als Klangquelle für ein MIDI-Keyboard bzw. anderes Gerät verwendet werden. Wenn ein Synthesizer als Slave-Gerät arbeitet, so muß eine Programmwechsel-Meldung an ihn übertragen werden, wenn ein anderer Sound wiedergegeben werden soll. Um jedoch bei einem Drum-Computer einen anderen Sound zu wählen braucht nur eine andere Note gespielt zu werden, zum Beispiel der Ton C für den Klang der Bass Drum oder ein D für die Snare Drum. Daher ist es in einem MIDI-System mit Sequenzer empfehlenswert, für den MIDI-Kanal des Drum-Computers einen freien Kanal zu wählen, damit der Drum-Computer keine unerwünschte Tonanfangs-Meldungen erhält.

Local Control

Manche Synthesizer und andere MIDI-Instrumente verfügen über einen "Local Control" genannten MIDI-Parameter. Wenn dieser über Software implementierte Schalter eingeschaltet ist (LOCAL ON), besteht eine direkte Verbindung zwischen der Tastatur und der Klanggenerator-Einheit des Instruments, das heisst beim Spielen auf den Tasten werden die eigenen Sound wiedergegeben. Diese Verbindung kann unterbrochen werden, indem man die Einstellung LOCAL OFF wählt. Aber auch danach ist ein Anschluß an der Buchse MIDI OUT wirksam.

Die Einstellung LOCAL OFF ist besonders praktisch bei Verwendung eines Sequenzers, der die Signale, die in MIDI IN empfangen werden, mit den an MIDI OUT anliegenden Signalen mischen kann. Diese als SOFT THRU bezeichnete Funktion ermöglicht es in Kombination mit LOCAL OFF, während einer Aufzeichnung mit dem Sequenzer gleichzeitig auf der Tastatur zu spielen und dabei die Wiedergabe des Sequenzers mitzuhören.

Tipp



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