Ritter Ewald und die Minna

Volkslied (19. Jh.)

Volksweise (19. Jh.)

Musiknoten zum Lied Ritter Ewald und die Minna

Liedtext

In des Gartens dunkler Laube
saßen abends Hand in Hand
Ritter Ewald schön und mutig
neben Minna fest gebannt.

Teure Minna, sprach er tröstend,
Liebe, laß dein Weinen sein!
Eh die Rosen wieder blühen
werd ich wieder bei dir sein.

Drauf zog er hinaus zum Kampfe
fürs geliebte Vaterland
und er dachte oft an Minna,
wenn der Mond am Himmel stand.

Und ein Jahr war kaum verflossen
als die junge Knospe brach,
Ritter Ewald schlich zum Garten,
wo er sie zum letzten sprach.

Und was sah er? In der Ferne
hob ein Grabeshügel sich,
und in Marmor stand die Inschrift:
Minna lebt nicht mehr für dich!

Da stand er betrübt und traurig:
Ist das hier der Liebe Lohn?
Ich Geliebter bin gekommen,
finde dich im Grabe schon.

Drauf zog er hinab ins Kloster,
legte Schwert und Panzer ab:
Eh die Rosen wieder blühten,
gruben Mönche ihm sein Grab.