Pommersches Lügenlied

Volkslied

Dieses pommersche Lügenlied von den unmöglichen Dingen hat Ernst Moritz Arndt gehört und aufgeschrieben.

Musiknoten zum Lied Pommersches Lügenlied

Liedtext

Ich will euch erzählen und will auch nicht lügen:
Ich sah'n Paar gebratene Ochsen fliegen,
sie flogen von ferne;
sie hatten den Rücken zur Erde gekehrt,
den Bauch wohl gegen die Sterne.
Heidideldumdei, heidideldumdei,
den Bauch wohl gegen die Sterne.

Ein Amboß und ein Mühlenstein,
die schwammen bei Zanow wohl über den Rhein.
Sie schwammen gar leise.
Ein Frosch verschlang sie alle beid'
zu Pfingsten wohl auf dem Eise.
Heidideldumdei, heidideldumdei,
zu Pfingsten wohl auf dem Eise.

In Schlawe, da war ein großer Hahn,
der hat unendlich viel Schaden getan:
Zertrat eine steinerne Brücke.
Eine Mücke stieß den Kirchturm ein,
war das nicht ein großes Unglücke?
Heidideldumdei, heidideldumdei,
war's nicht ein großes Unglücke?

In Köslin, da stand ein hoher Turm,
der trotzte jedem Wetter und Sturm,
stand fest über alle Maßen.
Den hat ein Kuhhirt mit seinem Hörn
auf einmal umgeblasen.
Heidideldumdei, heidideldumdei,
auf einmal umgeblasen.

In Stolp, da stand ein hohes Haus,
daran flog eine Fledermaus,
da borst es in tausend Stücken.
Da kamen elftausend Schock Schneidergesell'n,
die wollten das Haus wieder flicken.
Heidideldumdei, heidideldumdei,
wollten das Haus wieder flicken.

So will ich hiermit mein Liedchen beschließen,
und sollt's auch die ganze Gesellschaft verdrießen,
will Wahrheit reden und nicht lügen:
In meinem Land sind die Mücken so groß
wie hier bei euch die Ziegen!
Heidideldumdei, heidideldumdei,
wie hier bei euch die Ziegen!