| 1. |
Heinrich schlief bei seiner Neuvermählten, einer reichen Gräfin an dem Rhein; Schlangenbisse, die den Falschen quälten, ließen ihn nicht ruhig schlafen ein. |
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2. |
Zwölfe schlugs, da drang durch die Gardine plötzlich eine weiße kalte Hand. Wen erblickt' er? Seine Wilhelmine, die im Sterbekleide vor ihm stand. |
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3. |
Bebe nicht! sprach sie mit leiser Stimme, ehmals mein Geliebter, bebe nicht! Ich erscheine nicht vor dir im Grimme, deiner neuen Liebe fluch ich nicht. |
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4. |
Zwar der Kummer hat mein junges Leben, trauter Heinrich, schmerzlich abgekürzt; doch der Himmel hat mir Kraft gegeben, daß ich nicht zur Hölle bin gestürzt. |
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5. |
Warum traut ich deinen falschen Schwüren, baute fest auf Redlichkeit und Treu? Warum ließ ich mich durch Worte rühren, die du gabst aus lauter Heuchelei? |
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6. |
Weine nicht, denn eine Welt, wie diese, ist den Tränen, die du weinst, nicht wert; lebe froh und glücklich mit Elise, welche du zur Gattin hast begehrt. |
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7. |
Lebe froh und glücklich hier auf Erden, bis du einst vor Gottes Thron wirst stehn, wo du strenger wirst gerichtet werden, für die Liebe, die du konnt'st verschmähn! |
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