Es reit der Herr von Falkenstein

Volkslied (14. Jh.)

Musiknoten zum Lied Es reit der Herr von Falkenstein

Liedtext

Es reit der Herr von Falkenstein
wohl über ein breite Heide.
Was sah er an dem Wege stehn?
Ein Mädchen im weißen Kleide.

Seid ihr der Herr von Falkenstein,
derselbe edle Herre?
So will ich beten um den Gefangenen mein,
den will ich haben zur Ehre.

Den Gefangenen mein, den geb ich dir nicht.
Im Turm muß er verfaulen.
Zu Falkenstein steht ein tiefer Turm,
wohl zwischen zwo hohe Mauern.

Steht zu Falkenstein ein tiefer Turm,
wohl zwischen zwo hohe Mauern,
so will ich an der Mauer stehn
und will ihm helfen trauern.

So ging der Turm wohl um und wieder um.
Feinslieb, bist du da drinnen?
Und wenn ich dich nicht sehen kann,
so komm ich von meinen Sinnen.

Ei dürft ich scharfe Messer tragen,
wie unsers Herrn sein Knechte,
so tät ich mit'm Herrn von Falkenstein
um meinen Herzliebsten fechten.

Mit einer Jungfrau fecht ich nit,
das wär mir immer ein Schande.
Ich will dir diesen Gefangenen geben.
Zieh mit ihm aus dem Lande.

Wohl aus dem Land, da zieh ich nit,
hab niemand was gestohlen.
Und wenn ich was hab liegen lan,
so darf ich's wieder holen.