Ermuntre dich, mein schwacher Geist

Johann Rist (1641)

Musiknoten zum Lied Ermuntre dich, mein schwacher Geist

Liedtext

Ermuntre dich, mein schwacher Geist,
und trage groß Verlangen,
ein kleines Kind, das Vater heißt,
mit Freuden zu empfangen.
Dies ist die Nacht, darin es kam
und menschlich Wesen an sich nahm,
dadurch die Welt mit Treuen
als seine Braut zu freien.

Willkommen, süßer Bräutigam,
du König aller Ehren,
willkommen, Jesus, Gottes Lamm,
ich will dein Lob vermehren,
ich will dir all mein Leben lang
von Herzen sagen Preis und Dank,
dass du, da wir verloren,
für uns bist Mensch geboren.

O Freudenzeit, o Wundernacht,
dergleichen hie gefunden,
du hast den Heiland hergebracht,
der alles überwunden,
du hast gebracht den starken Mann,
der Feur und Wolken zwingen kann,
vor dem die Himmel zittern
und alle Berg erschüttern.

Brich an, du schönes Morgenlicht,
und lass den Himmel tagen.
Du Hirtenvolk, erschrecke nicht,
weil dir die Engel sagen,
dass dieses schwache Knäbelein
soll unser Trost und Freude sein,
dazu den Satan zwingen
und letztlich Frieden bringen.

O liebes Kind, o süßer Knab,
holdselig von Gebärden,
mein Bruder, den ich lieber hab
als alle Schätz auf Erden;
komm, Schönster, in mein Herz hinein,
komm eilend, lass die Krippen sein,
komm, komm, ich will beizeiten
dein Lager dir bereiten.

Lob, Preis und Dank, Herr Jesus Christ,
sei dir von mir gesungen,
dass du mein Bruder worden bist
und hast die Welt bezwungen;
hilf, dass ich deine Gütigkeit
stets preis in dieser Gnadenzeit
und mög hernach dort oben
in Ewigkeit dich loben.