Ein halb Glas Gift

Volkslied

Musiknoten zum Lied Ein halb Glas Gift

Liedtext

Es war ein reicher Kaufmannssohn,
der liebt ein armes Mädchen,
und als er über die Straße ging
da begegnt ihm die Reiche,
begegnt ihm die Reiche.

Die Reiche gab ihm einen Rat,
er sollt die Arme umbringen:
"Kauf ihr ein Glas mit rotem Wein
und tu ein h'alb Glas Gift hinein
und gib's der Armen zu trinken!"

Und als er zu seinem Schätzchen kam,
da war die Tür verschlossen.
"Mach auf, mach auf, schön Schätzelein,
ich bring dir ein Glas mit rotem Wein,
wir wollen Gesundheit trinken!"
Und als sie's halb ausgetrunken haut
da wollt ihr Herz zerspringen:
"Komm heraus, komm heraus, schön Schätzelein,
im Wald da wächst ein Kräutelein,
soll dir Gesundheit bringen."

Und als sie in den Wald 'nein kam,
da macht er ein Gräbchen,
das Gräbelein war viel zu klein,
er trat sie mit den Füßen hinein,
ein Jäger sah's von ferne.
"Ach Gott, ach Gott, was hab ich getan!
Ein Jäger hat's von fern gesehn,
das Ding bleibt nicht verschwiegen.
Verflucht sei alles Geld und Gut,
das in der Welt regieren tut."