Ehestandsfreuden

(Die Hochzeit ist, bei meiner Treu)

Volkslied

Das Lied von Freud und Leid des Ehelebens wurde in Theres, Franken, aufgezeichnet und 1855 von F.W. von Dithfurth in seine Fränkische Lieder aufgenommen.

Musiknoten zum Lied Ehestandsfreuden

Liedtext

Die Hochzeit ist, bei meiner Treu,
ein pudelnärrisch Ding!
Man ißt und trinkt sich voll dabei,
da heißt's nur: tanz und spring!

Sechs Wochen gehn so schlummrig hin,
da ist man taub und blind;
die Ehleut' sind ein Herz und Sinn,
da heißt's: mein Schatz, mein Kind!

Da treibt man lauter närrisch Zeug;
man lebt, man weiß nicht wie;
der Ehstand ist ein Himmelreich
und lauter Harmonie.

Es trifft ja kaum neun Monat an,
da dreht sich schon der Wind;
da zankt das Weib, da schimpft der Mann,
es kommt ein Wickelkind.

Da brummt das Weib als wie ein Bär,
das Kind gibt auch kein Fried;
da heißt's: nimms Wiegenbändel her
und sing ein Wiegenlied!

Der Ehstand ist ein g'mischte Speis,
halb sauer und halb süß;
oft komm'n die Kinder haufenweis,
da heißt's: setz dich auf d' Fuß'!

Da schrein die Plagen: qua, qua, qua,
die Ohren tun ei'm weh;
der Mann lauft fort zum Biere da,
und 's Weib sauft brav Kaffee.

Der Kinder hab' ich nicht zu viel,
es sind nicht mehr als zwölf!
Und bei der Nacht da heulen sie
und fressen wie die Wolf.

Nun jetzund hat der Spaß ein End';
die Lichter löscht man aus;
der Bräut'gam macht das Kompliment
und führt die Braut nach Haus.