Drei schwarze Raben

Volkslied

Musiknoten zum Lied Drei schwarze Raben

Liedtext

Es kamen drei schwarze Raben
wohl über meins Bruders Schlaffenster:
"Schläfst du junger Held,
oder wachst du junger Held?
Dein Bruder liegt erschlagen im weiten Feld.

"Wie könnte ich denn das wohl glauben?
Wie könnte ich denn das wohl glauben?
Gestern Abend war ich bei ihm zu Gast,
da war er noch recht wohl zu baß."

Er setzte sich auf sein Pferdchen
und tat den Weg wohl reiten;
Er ritte bergauf, er ritte bergab,
bis dass er seinen jüngsten Bruder antraf.

"Guten Tag, mein jüngster Herr Bruder!
Wie liegst du hier so zerschlagen?
Ach sag mir bald, wer hat es getan?
So will ich dir helfen all was ich kann!"

Es habens die drei Landsherren getan,
die durch den Wald spazieren gahn."
Er ritte bergauf, er ritte bergab,
Bis er die drei Landesherren antraf.
"Guten Tag ihr Herren von der Rechten,
könnt ich wohl mit Euch sprechen?
Wie ist denn der Mantel von vorne so rot?
Wie ist das blanke Schwert von Blute so rot?"

"Wir haben ein Wild geschossen,
wir habens nicht können genossen."
"Es war kein Has, es war kein Kanein,
es war fürwahr mein Bruder allein."

Was zog er aus der Scheide?
Ein Messer, war scharf und schneide;
er hieb und stach alles was er sah,
bis er die drei Landsherren umbracht.

Wo wollen wir sie nun begraben?
Wie wollen wir sie nun begraben?
Ins weite Feld, in grünen Klee,
da findet man sie nun und nimmermehr.