Drei Räuber und drei Mörder

Volkslied

Musiknoten zum Lied Drei Räuber und drei Mörder

Liedtext

Es wollt ein Mül1er früh aufstehn,
wollt in den Wald spazieren gehn,
wollt sich den Wald anschauen,
wollt sich den Wald anschauen.

Und als der Müller in den Wald nein kam,
drei Räuber ihm entgegen kam'n.
Drci Räuber und drei Mörder.

Darauf sie zu dem Müller sprachen:
"Hast du ein schönes Weibelein,
wir wollen dir's teuer bezahlen!"

Der Erste zog den Beutel raus,
Zahlt ihm dreihundert Taler aus,
Dem Müller wohl für sein Weibchen.

Der Müller dacht in seinem Sinn:
Das ist kein Geld für Weib und Kind,
mein Weibchen ist mir lieber.

Der Zweite zog den Beutel raus,
zahlt ihm sechshundert Taler,
dem Müller wohl für sein Weibchen.

Der Müller dacht' in seinem Sinn:
Das ist kein Geld für Weib und Kind,
mein Weibchen ist mir lieber.

Der Dritte zog den Beutel 'raus.
Zahlt ihm neunhundert Taler,
dem Müller wohl für sein Weibchen.

Der Müller dacht in seinem Sinn:
Das ist wohl Geld für Weib und Kind:
"Mein Weibchen sohl ihr haben!"

Und als der Müller zu Haus kam.
sein Weibchen ihm entgegen kam
mit sehr betrübtem Herzen.

"Ach Weibchen, du musst in den Wald neingehn,
dein Vater will dich noch einmal sehn.
Denn er wird balde sterben."

Frau Müll'rin ging ins Kämmerlein,
zog ihr schwarzseidens Kleidchen an
mit sehr betrübtem Herzen.

Und als Frau Müll'rin m den Wald 'reinkam,
drei Räuber ihr entgegenkam'n,
drei Räuber und drei Mörder.

Sie griffen sie bei der schneeweißen Hand
und führten sie unter einen Eichenstamm:
"Hier'drunter sollst du sterben!"

"Ach Gott, was hat mein Mann getan,
der keinen Teil an Gott mehr hat?
Gott sei ihm doch nur gnädig!

Ach Gott, wenn das mein Bruder wüsst'
dass ich hierdrunter sterben müsst,
er tat sie gleich erschießen!"

Als Frau Müll'rin das gedacht,
ihr Bruder von der Jagd herkam
und schoss sie all danieder.