Die Hasel am Wege

(Es wollt ein Mädl zum Tanze gehn)

Volkslied

Musiknoten zum Lied Die Hasel am Wege

Liedtext

Es wollt ein Mädl zum Tanze gehn,
sie schmückt sich wunderschöne.
Was fand sie an dem Wege stehn?
Ein' Hasel die war grüne.

"Guten Tag, guten Tag, Frau Haselin!
Von was bist du so grüne?"
"Schön Dank, schön Dank, feins Mägdelein!
Von was bist du so schöne?"

"Von was das ich so schöne bin,
das kann ich dir wohl sagen:
Ich esse Semmel und trinke Wein,
davon bin ich so schöne."

"Von was daß ich so grüne bin,
das kann ich dir wohl sagen:
Frühmorgens fällt der Tau auf mich,
davon bin ich so grüne.

Und'n Mädel die wille Ehre habn,
zu Hause muß sie bleiben,
sie muß sich zeitig schlafen leg'n
mit ihrem zarten Leibe.

Zum Tanzen kann sie dennoch gehn
in Züchten und in Ehren,
bei Sonnenschein dann wieder heim:
das kann ihr Niemand wehren.

Bei Mondenschein und finstrer Nacht
ist keine Ehr vorhanden,
es gibt der falschen Knaben viel,
die setzen dich in Schande."

"Schön Dank, schön Dank, Frau Haselin,
für deine gute Lehre!
Ich wollt zu meinem Schatz hingehn,
jetzt aber will ich umkehren."

"Kehrst du gleich um und wieder um,
du hast bei Einem geschlafen,
du hast dein Rosenkränzelein
auf seinem Haupt gelassen."

"Schweig still, schweig still, Frau Haselin,
und tu dich bald umschauen:
Ich hab der stolzen Brüder zwei,
die werden dich umhauen."

"Und haun sie mich im Winter ab,
im Sommer grün ich wieder;
ein Mädel die ihr Ehr verliert,
die kriegt sie nimmer wieder."