1. |
Es ritt ein Herr zum kühlen Wein, verspielt sein einziges Söhnelein. |
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2. |
Und wie er nun nach Hause kam, sein einziger Sohn ihm entgegen kam. |
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3. |
"Ach Vater, lieber Vater mein, was bringt ihr mit vom kühlen Wein?" |
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4. |
"Ich bring' dir mit ein neues Ross darauf du noch nie geritten hast." |
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5. |
Reit hin, reit hin zur Nätherin Und lass dir machen ein Hemdelein! |
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6. |
Und laß dirs machen wohl in die Weite, dass du darinnen kannst schreiten; |
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7. |
Und lass dirs machen wohl in die Länge, dass du darinnen kannst hängen." |
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8. |
Und als der Sohn nach Hause kam, der ganze Hof voll Reiter war. |
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9. |
Es mocht ihn keiner greifen an, sein falscher Vater griff ihn selber an. |
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10. |
Es mocht ihn keiner führen hinaus, sein falscher Vater führt ihn selber hinaus. |
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11. |
Wie weit schritt ihm die Mutter nach? Sie schritt bis hinter die Pforte nach. Wie weit schritt ihm die Schwester nach? Sie schritt bis hinter das Galgengericht. |
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12. |
"Ach Herren, edle Herren mein, gebt mir mein einziges Brüderlein!" |
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13. |
"Und deinen Bruder den kriegst du nicht, er muss jetzt hangen am Galgengericht; |
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14. |
Und wenn du dich ziehst nackend aus Und dreimal um den Galgen laufst." |
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15. |
Und wie das letzte Wort geschah, die Kleider schon alle unten war'n. |
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16. |
Und wie sie's erstemal 'rum kam, da fingen alle Frauen zu weinen an. |
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17. |
Und wie sie's zweitemal 'rum kam, da fingen alle Herren zu weinen an. |
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18. |
Und wie sie's letztemal 'rum kam, da hießen sie sie stille stahn: |
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19. |
Schließt ab, schließt ab das Kettenband, und lasst den Knaben wieder in das Land." |
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20. |
Da kam ein grober Edelmann, der wollte meine Schwester han. "Meine Schwester die kriegst du nicht, sie hat mich erlöset vom Galgengericht." |
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