Das Totenglöcklein

Volkslied

Musiknoten zum Lied Das Totenglöcklein

Liedtext

Es hatt' ein Bauer ein Töchterlein,
die soll die schönste im Lande sein.

Es kam einst ein Graf in sein Haus,
und freit' ihm sein Töchterlein 'raus.

"Meine Tochter ist noch gar zu klein,
sie geht ins elfte Jahr hinein."

Der Graf ließ dem Bauer kein Ruh und Fried,
und nahm ihm sein Töchterlein mit.

Es stand wohl an dreiviertel Jahr,
bis dass das Töchterlein in Kindsnöten war.

"»Sollt ich denn keinen Menschen mehr haben,
Der meiner Frau Schwieger die Botschaft hintragt?"

Da setzt' er sich wohl auf sein Ross,
und ritt wohl über die Heide groß.

Als er nun über die Heide ritt,
und seiner Frau Schwieger entgegen ritt,

Da nahm er sie bei ihrem Rock
und setzt sie hinten auf sein Ross.
Und als sie über die Heide reit'n,
hört' er ein traurig Glöcklein läut'n:

"Ach Hirtlein, liebes Hirtlein mein,
warum läutet das Totenglöcklein?"

"Es läutet gar zu keiner Freud,
es läutet unserem Grafen sein Weib."

Als er nun auf das Tor zuritt,
und seine sechs Träger entgegensieht:

Da zog er heraus sein blankes Schwert,
und stach sich in sein eignes Herz.

Dann trug man ihn zum Tor hinaus,
und sie trug man ins Gotteshaus.

Es stand wohl an drei Jahr, drei Nacht,
da wachsen drei Lilien auf ihrem Grab.

Auf der einen da steht geschrieben:
Er war bei Gott geblieben.
Da grub man ihn aus und wieder ein,
das wird doch wohl das Ende sein.