Volkslieder Lieder vom Handwerk

Das Grindelfest

Volkslied

Musiknoten zum Lied Das Grindelfest

Liedtext

Die Schneider hielten's Grindelfest
am Tag Sankt Bartholmä;
Da waren ihrer neunzig,
neunmal neunundneunzig
versammelt auf der Höh.

Und als die Schneider versammelt warn,
da hielt'n sie einen Rat,
da saßen ihrer neunzig,
Neunmal neunundneunzig
auf einem Kartenblatt.

Und als sie auf der Herberg war'n,
da hielt'n sie einen Schmaus,
da fraßen ihrer neunzig,
Neunmal neunundneunzig
von ein'r gebratnen Maus.

Und als das Mahl verzehret war,
da hatten sie auch Durst,
da tranken ihrer neunzig,
Neunmal neunundneunzig
aus einem Fingerhut.

Und als die Schneider lustig warn,
da hielten sie auch Tanz,
da tanzten ihrer neunzig,
neunmal neunundneunzig
auf einem Geißenschwanz.

Und als ein Schnee gefallen war,
da hielten sie Schlittenfahrt:
da fuhren ihrer neunzig,
neunmal neunundneunzig
auf einem Geißenbart.

Und als die Schneid'r nach Hause woll'n,
da hab'n sie keinen Bock,
da ritten ihrer neunzig,
neunmal neunundneunzig
auf einem Haselstock.

Und als sie nun nach Hause kam'n,
da konnten sie nicht herein,
da schlüpften ihrer neunzig,
neunmal neunundneunzig,
zum Schlüsselloch hinein.

Und als die Schneider nach Hause kam'n,
da saßen sie nieder beim Wein,
da tranken ihrer neunzig,
neunmal neunundneunzig
ein ganzes Schöppelein.

Und als sie nun besoffen war'n,
da sah man sie nicht mehr,
da krochen ihrer neunzig,
neunmal neunundneunzig
in eine Lichtputzscher.

Und als sie da geschlafen hatt'n,
da konnten sie nicht hinaus.
da wirft sie alle neunzig,
neunmal neunundneunzig
der Wirt zum Fenster hinaus.

Und als sie vor das Fenster kam'n,
da fallen sie alle um;
da kommen ihrer neunzig,
neunmal neunundneunzig
in einem Rinnstein um.